Auf die Idee zu comusico sind wir gekommen, als wir mal wieder darüber nachgedacht haben, “was man in dieser Welt verbessern kann...”
Was bedeutet das? Läuft denn so viel schief in der Welt der klassischen Musik?
Grundsätzlich sei erst einmal festgestellt, dass wir selber große Liebhaber der klassischen Musik sind. Denn nur so konnte uns überhaupt auffallen, wie unterrepräsentiert die klassische Musik und ihre Akteure im Internet sind. Daher haben wir comusico gegründet. Wir wollen allen Interessenten - ob Musiker, Musikliebhaber oder Veranstalter - eine Plattform zur Verfügung stellen, auf der sie bestehende Netzwerke pflegen und neue Kontakte knüpfen können. Und dies jenseits von nervigen Werbebannern.
Wie gestaltet sich das?
Jedes Mitglied kann sich in wenigen Minuten sein eigenes seriöses und professionelles Profil erstellen. Die verschiedenen Datenbanken zu Musikern, Veranstaltungen und klassischen Musikwerken informieren umfassend und laden zum stundenlangen Stöbern ein, also genau das Richtige für richtige Musikliebhaber.
Aber einige Musiker haben doch schon ihre eigenen Internetseiten...
Richtig. Einige etablierte Musiker, die bei großen Agenturen gelistet sind oder bereits Plattenverträge unterschrieben haben, haben bereits Internetseiten. Aber alle anderen können es sich entweder nicht leisten oder haben nicht die richtigen Kontakte. Daher wollen wir insbesondere jungen Ensembles und Musikern in ihrem Lebensweg unterstützen, indem wir ihnen Möglichkeiten anbieten, denn dies bedeutet für uns Chancengleichheit zu schaffen.
Was ist Deine persönliche Motivation comusico aufzubauen?
Lisa Schulz: Gerade Kammermusik ist für junge Menschen nicht nur in ihrer musikalischen Ausbildung eine wertvolle Erfahrung, die häufig aufgrund fehlender Partner oder zu hohem Koordinationsaufwand zu kurz kommt. Doch sich mit gleich gesinnten Musikern auseinanderzusetzen und ihr Verständnis von Musik kennen und schätzen zu lernen kann als Initialzündung dienen, einerseits Vorurteile abzubauen und andererseits in einen Dialog über Musik zu treten - die Barrieren auf diesem Weg abzubauen, zählt mit zu meinen Hauptmotoren.
Maximilian Schulz: Auch Musiker müssen mit Neuen Medien umgehen können, denn dies ist in der heutigen Welt existentiell und wird in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen. Leider werden die Möglichkeiten von vielen Musikern noch nicht genutzt, wohl auch weil sie nicht genau wissen wie oder wen sie fragen können. Dabei haben es die jüngsten Entwicklungen vorgemacht, dass bei einer gut durchdachten Konzeption, jeder Nutzer vermeintlich komplizierte Prozesse durchführen kann.
März 2010